Aktuelles
Im heurigen Sommer wurden die Sänger des Kulturvereins allzu oft gerufen, um am offenen Grab Lieder zum Abschied zu singen. In fünf Wochen war dies bei fünf Verstorbenen der Fall, die mit dem Slowenischen Kulturverein Gorjanci verbunden waren oder uns persönlich nahestanden.
Am 29. Juni ereilte uns – gerade, als wir auf unserer Wanderung das Ziel beim Toman in Lambichl erreicht hatten – die Nachricht, dass Jozi Pack aus Trabesing unerwartet im Alter von 90 Jahren von uns gegangen ist. Jozi war jahrelang unser Obmann und der Initiator der Flurwanderungen, bei denen wir alte Flur-, Landschafts- und Hausnamen kennenlernen. Bei seiner Beisetzung erinnerte der gegenwärtige Gorjanci-Obmann in seinen Abschiedsworten an die umfassende und grundlegende Kulturtätigkeit von Jozi Pack, der mit dem Sammeln und Dokumentieren der slowenischen Flur- und Hausnamen in Kärnten begonnen hat.
Kaum zehn Tage später erfuhren wir, dass im Alter von 88 Jahren die Treue Unterstützerin der Gorjanci Neži Niemitz, Altbäuerin beim Žmuk in Plöschenberg gestorben ist. Am 19. Juli nahmen wir auf dem Köttmannsdorfer Friedhof Abschied von ihr.
Als stets gut gelaunte und energische Frau kannten wir Trezi Pack, die als älteste Schwester von Jozi Pack beim Krznar in Plöschenberg zu Hause war. Die Kunde vom Tod der »Tante Trezi« im Alter von 96 Jahren ereilte uns am 17. Juli. Ganze fünf Jahrzehnte lang war ihre klingende Altstimme eine Stütze des Kirchenchores und des gemischten Gorjanci-Chores. Sie war auch Zeugin der schwierigen kulturellen Lage der Slowenen in der Gemeinde Köttmannsdorf. Wir haben sie am 25. Juli zu Grabe getragen (Abschiedsworte).
Zwei Tage davor haben wir von Margareta Krušic aus Schwanein, der Gattin des begeisterten Sängers Toni Krušic aus der Motij-Familie in Neusaß, Abschied genommen, die im Alter von 91 Jahren gestorben war.
Für immer hat uns Ende Juli im Alter von 93 Jahren die Diplombiologin Tatjana Angerer verlassen, die mehr als vier Jahrzehnte ihres Lebens in Köttmannsdorf verbracht hatte. Einem breiten Publikum war sie als Autorin des Buches »Hausmannskost aus Südkärnten« bzw. „Čisava župa, pisana pogača in še kaj“ bekannt; insgesamt hat sie mehr als dreißig Bücher verfasst. Sie war die Tochter eines deutsch-jüdischen Vaters aus Maribor und einer slowenischen katholischen Mutter aus der Šmalc-Familie in Ribnica. Sie war eine außergewöhnliche humanistisch orientierte, tief mit der Natur und der Muttersprache verbundene und gesellschaftlich offene Frau, die mit vielen Menschen des Sattnitzgebietes in enger geistiger Verbindung stand. Von der liebenswerten Tatjana haben wir am 11. August auf dem Köttmannsdorfer Friedhof Abschied genommen (Abschiedsworte).
v.w.
Was Flurnamen über unsere Geschichte verraten
Die kleinsten Teile der Landschaft werden mit Flurnamen bezeichnet: Weiden, Äcker, Moore und Schluchten. In Südkärnten sind die meisten davon slowenisch. Seit 20 Jahren werden sie von kärntnerslowenischen Kulturvereinen gesammelt und in Gemeindekarten veröffentlicht. In Köttmannsdorf, wo 2008 die erste Flurnamenkarte veröffentlicht wurde, hat der dortige Obmann des Kulturvereins Vinko Wieser jetzt erstmals ein Buch über die Bedeutung der Namen veröffentlicht. Der pensionierte Werbefachmann hat sich dafür Hilfe von Sprachwissenschaftlern geholt.
In Tirol wurden vom Institut für Sprachwissenschaft der Universität Innsbruck zwischen 2009 und 2017 Flurnamen im gesamten Bundesland erhoben. Der Slawist Emanuel Klotz hat sich auf Basis dieser Daten während der vergangenen drei Jahre mit den slawischen Namen in Osttirol befasst und sie etymologisch untersucht. Es handelt sich dabei um etwa 2.500 Flurnamen slawischen Ursprungs, die in drei Viertel aller Osttiroler Gemeinden zu finden sind. Schon jetzt wurden aufgrund seiner Erkenntnisse archäologische Testgrabungen durchgeführt, die in heute abgelegenen Tälern slawische Besiedelungen nachwiesen.
https://oe1.orf.at/programm/20250806/803683/Etymologie-der-Landschaftsnamen
Moderation und Regie: Kathrin Wimmer
Service
Vinko Wieser: Köttmannsdorfer Namenslandschaft am Beispiel von fünf Dörfern (Drava Verlag, 2024)
Sendereihe
- Moment
Gestaltung
- Jonathan Scheucher
Am Samstag, den 29. März 2025, fand in der Volksschule in Köttmannsdorf das traditionelle "Vigredni koncert" der Gorjanci statt, bei dem sich viele Musikbegeisterte und Freunde des slowenischen Wortes versammelten. In diesem Jahr feiert der Verein Gorjanci sein 140-jähriges Bestehen.
Bilder: R.K. & K.W.-P
Die organisierten Anfänge der kulturellen Aktivitäten der slowenischen Gemeinschaft in Köttmannsdorf gehen auf das ferne Jahr 1885 zurück, als das Männerquartett auf dem Plöscheneberg seine Tätigkeit aufnahm.
Wir Gorjanci versuchen die schöne slowenische Sprache zu bewahren indem wir Kinder einbeziehen. Die Kinderpuppengruppe Čopiji präsentierte sich mit einer gefühlvollen Gesangseinlage. Sie kamen mit den Puppen auf die Bühne mit denen sie bereits mehrere Male erfolgreich aufgetreten waren.
Der gemischte Chor Gorjanci unter der Leitung von Gudrun Mehringer-Thaler sorgt dafür, dass der slowenische Gesang in Köttmannsdorf nicht verstummt. Sie sangen im Chor einige slowenische Volkslieder. Der Chor ist seit vielen Jahren erfolgreich tätig und sorgt auch durch CD-Veröffentlichungen für den Erhalt der slowenischen Musik in Kärnten.
Bereichert wurde das Konzert in diesem Jahr zudem durch den Auftritt des örtlichen gemischten Chors Singkreis Köttmannsdorf, der unter der Leitung von Horst Moser auch ein Lied in slowenischer Sprache sang und damit viele Zuhörer berührte.
Viele Besucher waren auch vom melodischen Gesang des Gastchors des Kulturvereins Bilka aus Ludmannsdorf/Bilčovs unter der Leitung von Dominik Jurca beeindruckt.
Beim "Vigredni koncert" vereinten sich erstmals die musikalischen Fähigkeiten des Musikinstrumentenbauers Paul Doujak, der sein Akkordeon so modifizierte, dass es wie das des weltberühmten Ensembles Avsenik klang, der Gesangssolisten des Gorjanci-Chors und des vielseitigen Kontrabassisten Ingo Muri. Auch bei der Nachinszenierung der Lieder der Ensembles Avsenik und Slak sangen am Ende begeisterte Besucher voller Freude mit und belohnten alle Darsteller mit tosendem Applaus.
Im Anschluss an das gelungene Konzert folgte ein gemütliches Beisammensein.
A.Ž.
Die Jugendspielgruppe "Čopiji" des "Slowenischen Kulturvereines Gorjanci" gastierte am 1. Februar mit ihrem aktuellen Puppentheaterstück »Mačkov mlin – Die Maček-Mühle« in der Nachbargemeinde Ludmannsdorf/Bilčovs. Nach der erfolgreichen Premiere am 23. November 2024 auf der Köttmannsdorfer Pfarrbühne und..
Weiterlesen: Auch ein Gastspiel mit der »Maček-Mühle« in Ludmannsdorf/Bilčovs
Der ORF berichtet unter https://volksgruppen.orf.at/slovenci/stories/3291366/ auf slowenisch über die Buchvorstellung "Köttmannsdorfer Namenslandschaft"

